Hintergrund

Durch die voranschreitende Globalisierung von Märkten und kürzere Produktlebenszyklen steigt der Wettbewerbsdruck auf das produzierende Gewerbe. Besonders betroffen sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU), für die es aufgrund begrenzter Ressourcen eine besondere Herausforderung darstellt, sich langfristig auf dem Markt durchzusetzen und zu finanzieren. Auch für die Wirtschaft in der Region Hannover wird es zunehmend schwierig, ein entsprechendes Niveau ihrer Wettbewerbsfähigkeit aufrecht zu erhalten.

Die erforderlichen Produktivitätsvorteile für Unternehmen lassen sich zumeist nur durch den Einsatz modernster Technologien erreichen. In den letzten Jahren sind u. a. im Bereich Automatisierung und Robotik bemerkenswerte technologische Fortschritte erzielt worden, die das Einsatzspektrum von Automatisierungs- und Robotiklösungen erheblich erweitert haben. Bislang vor allem in großen Unternehmen wie z. B. in der Automobilindustrie eingesetzt, werden Robotersysteme aufgrund von Innovationen im Bereich Steuerungs- und Sensortechnik auch für KMU immer interessanter. Hinzu kommt, dass die Preise für Robotertechnologien gesunken und zukünftig weitere Preissenkungen zu erwarten sind.

Ein wesentliches Hemmnis bei der Implementierung von Robotersystemen gerade in KMU ist jedoch fehlendes Wissen über die Vorteile des Einsatzes von Automatisierungstechnik, über Kosten-Nutzen-Aspekte sowie über mögliche Einsatzpotenziale in den jeweiligen Unternehmen. Darüber hinaus bestehen Rekrutierungsschwierigkeiten insbesondere bei technischen Fachkräften, die grundlegend für eine Stärkung der Innovationsfähigkeit und den unternehmerischen Erfolg sind. Dieser Fachkräftemangel wird sich im Hinblick auf den demografischen Wandel weiter verschärfen, so dass Unternehmen frühzeitig mit neuen Rekrutierungsstrategien entgegenwirken müssen.

Die Entwicklung der zunehmenden Automatisierung im produzierenden Gewerbe und der wachsenden Bedeutung von Robotik für Unternehmen setzt eine Anpassung der Qualifikationen von Beschäftigten voraus. Dies hat folglich ebenfalls Auswirkungen auf die berufliche Aus- und Weiterbildung sowie die schulische Ausbildung an allgemeinbildenden Schulen. Technik- und Robotikunterricht erhält über die formalen Curricula hinaus immer mehr Einzug in die Unterrichtsgestaltung, allerdings geschieht dies noch nicht einheitlich. In der Konsequenz ergibt sich die Notwendigkeit einer weiteren bzw. flächendeckenden Verbreitung roboterbasierter Technologien in den relevanten Bildungsgängen (z. B. technischer Aus- und Weiterbildungsberufe, Fachgymnasien für Technik, allgemeinbildende Schulen) sowie insbesondere auch der Vermittlung von praktischen Kompetenzen zur Implementierung und Nutzung in Unternehmen.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 25. April, 2013